BA MAGAZIN

unabhängig neutral seriös kompetent


* Startseite     * Über...     * Archiv     * Gästebuch     * Kontakt     * Abonnieren



unabhängig neutral seriös

* Themen
     Allgemeines
     Reisen
     Kultur und Life Style
     aus der Region

* Freunde
   
    anderswo.ist.nirgendwo

    - mehr Freunde

* Letztes Feedback
   3.01.17 16:54
    Ich würde nicht gerne in
   5.01.17 21:55
    Das klingt nach Journali








BOWRON LAKE Canoe Circuit in British Colombia

Ausgangspunkt unserer Kanu-Tour in einem der 10 schönsten Kanurevieren der Welt im Westen Kanadas ist „Becker´s Lodge“, am Nordwest-Ende des Bowron Lake.

Becker´s Lodge, geführt von Lothar Becker, einem Deutschen, der vor elf Jahren hier her kam, sich in das Land verliebte , die Lodge kaufte und zu dem machte, was sie heute ist:    Ein Kleinod in der weiten Wildnis West Kanadas!

Tag 1     

Sonntag,  08. Juni 2003

 Wir sind am Vormittag in „Becker´s Lodge“ eingetroffen und packen alles, was wir an Lebensmittel und Ausrüstung geordert und eingekauft haben, in unsere wasserdichten Container. Lothar Becker, Inhaber der „Becker´s Lodge“, fährt uns mit seinem Truck, auf den unser Kanu und unsere Ausrüstung verladen wurde, die knapp zwei Kilometer zum Registration Center der Parkverwaltung. 

 Wir laden alles ab und packen die Container in unser Kanu. Dann melden wir uns beim Registration Center offiziell an und nachdem unser Boot und die Ausrüstung gewogen wurde (es dürfen nur 60 lbs = 27 kg auf den Portagen im Boot transportiert werden), steht dem Beginn unserer Abenteuer-Tour nichts mehr im Wege.

 Eine letzte Verabschiedung von unseren „wolverines“, ein letztes Foto und wir machen uns auf den Weg zur ersten Portage, zum Kibbee Lake. Rund 2,4 Kilometer geht es über einen schmalen Waldweg, meist bergauf. Wir kommen ganz schön ins Schwitzen  -  Plag´ -  Plag´ -  Müh´ -  Müh´ !

 Immer wieder müssen wir Boot und Gepäck abstellen und rasten. Während der Hintermann, der am Heck des Bootes schiebt, langsam aber sicher einen krummen Rücken vom Niederdrücken des Bootshecks bekommt, kriegt der Vordermann am Bug lange Arme vom Ziehen.

 Etwa eine dreiviertel Stunde brauchen wir für den Weg und legen am Ufer des Kibbee Lake schweißgebadet eine Pause ein. Noch keinen Meter gepaddelt und schon fix und fertig!

 Wir verladen die gesamte Ausrüstung im Boot und müssen dabei darauf achten, das Gewicht gleichmäßig zu verteilen.

 Durch dichtes Schilfgras paddeln wir 15 Minuten später durch einen sich zum See hin schlängelnden Kanal in freies Wasser.

 2,4 Kilometer See liegen vor  und rund 40 Minuten später hinter uns.

Es klappt eigentlich recht gut mit dem Paddeln. Hat sich doch gelohnt, die einstündige Einweisung, die wir uns in der Becker´s Lodge vor der Abfahrt haben geben lassen. Ich sitze hinten, bin also der „Steuermann“, während Manuel vorne für den Vorschub des Bootes verantwortlich ist.

 13:10 Uhr – die nächste Portage!

 Diesmal sind es zwar „nur“ zwei Kilometer, aber dafür geht es wieder meist bergauf! -  Plag´ -  Plag´ -  Müh´ -  Müh´ -- kennen wir ja schon!

 30 Minuten und ein schweißnasses Hemd später sind wir am Indianpoint Lake. Wieder alles ins Boot verladen und nach weiteren 15 Minuten paddeln wir los. Diesmal liegen rund 6,4 Kilometer See vor uns, die wir in gut einer Stunde erledigen. Das Paddeln klappt immer besser. „J-Schlag“ und „Sweep-Stoke“ passen langsam. Treffen jetzt schon ziemlich geradeaus.

15:00 Uhr   --   Kurz vor Ende des Sees legen wir am Campsite No 8 an.

 Auf diesem Campsite steht eine „Sleeping Shelter“ und so brauchen wir kein Zelt aufzubauen. Wir erklären sie kurzerhand zum „Bayerischen Hoheitsgebiet“, nehmen sie in Beschlag und entladen unser Kanu. Dann richten wir uns häuslich ein und kochen Kaffee.

 Wir hoffen, dass wir auf dieser idyllischen Campsite keine Mit-Camper bekommen. Aber gegen 19:00 Uhr kommen noch zwei Paddler. – Doch sie fahren vorbei. Gott sei Dank!

 Am anderen Seeufer taucht eine Elchkuh auf, die im flachen Ufersaum grast. Fasziniert schauen wir ihr lange zu, bis sie schließlich wieder im Wald verschwindet. Kurze Zeit später schwimmt und watet dann eine zweite Elchkuh, vielleicht 50 Meter von uns entfernt, durch den ruhigen See.

 Zum Abendessen gibt es Steaks und Kartoffeln. Gut Schmeck!

 Gegen halb neun Uhr zünden wir ein Lagenfeuer an, trinken ein paar Bier und plaudern bis gegen Elf. Dann verholen wir uns in „unsere“ Hütte und schlafen.

 Unser erster Tag ist zu Ende. Aufregend und faszinierend.

 So kann es weitergehen ... !

  Tag 2     

Montag,  09. Juni 2003

 Aufstehen um 07:00 Uhr   . Manuel sagt, er hat nicht gut geschlafen. Der Boden war zu hart (trotz aufblasbarer Isomatte) und ich habe angeblich geschnarcht. Aber das stimmt nicht! Wenn hier jemand geschnarcht hat, dann Manuel! Wie man sieht, steht rund um unsere Hütte fast kein Wald mehr!

 Gegen 08:20 Uhr haben wir alles zusammengepackt und im Boot verladen.

Dann brechen wir auf. Wir paddeln die rund 400 Meter bis zum Ende des Indianpoint Lake in wenigen Minuten. Wieder alles ausladen, auf den Rücken packen, den Transportwagen unters Boot schnallen und los geht die nächste Portage. Etwa 1,6 Kilometer steiniger und mühsamer Weg, bis wir um 09:30 Uhr den Bug ins kalte Wasser des Isaak Lake schieben.

 Der Isaak Lake ist mit rund 38 Kilometer der längste See auf unserer Tour. Er ist berüchtigt für seine wechselnden Winde, die zumeist aus südlichen Richtungen, also genau von vorne kommen, und die dann auch entsprechende Wellen entstehen lassen, so dass die Paddelei schon zur rechten Tortour werden kann.

 Wir landen nach rund 15 Minuten bei Campsite No 12 zu einer ausgiebigen Frühstückspause.

 Manuel brutzelt Eier mit Speck. Dazu gibt’s einen starken Kaffee.

 Um 11.50 Uhr brechen wir dann zur nächsten Etappe auf. Wir wollen möglichst weit den Isaak Lake hinunter, um Zeit einzusparen. Die weiteren Etappen werden landschaftlich noch reizvoller, so dass wir dort gerne etwas länger verweilen wollen.

 Wir legen uns tüchtig ins Zeug und paddeln (jetzt schon sehr gut geradeaus) mit kraftvollen Schlägen Richtung Süden. Das Wasser ist ruhig und leichter Rückenwind schiebt uns mit etwa 6,5 km/h dem Ziel entgegen.

Bei dem Tempo können wir frühestens in 9 Stunden, also gegen 21:00 Uhr abends,  das Südende des Sees erreichen. Es steht somit sicher noch eine Übernachtung am Isaak Lake an.

Unterwegs zieht aus Norden ein Gewitter auf. Dicke Regenwolken verdunkeln den Himmel, Wind und Wellen nehmen rapide zu. Wir beeilen uns, um den einzigen Campsite mit einer überdachten Cooking Shelter (Campsite No 15) zu erreichen, wo wir uns in Sicherheit bringen können.

  Gerade als wir das Boot entladen und alles die paar kleinen Stufen zum Shelter hochgebracht haben, bricht das Unwetter los! Sturmböen mit Stärke 8 bis 9 Bf! Dazu gießt es wie aus Kübeln und zu allem Überfluss gipfelt das ganze noch in einen heftigen Hagelsturm mit murmelgroßen Eiskörnern!

 Nach uns kommen noch zwei Boote an. Die hatten aber nicht soviel Glück wie wir. Klatschnass suchen die Kanuten Schutz unter dem Dach des Shelter.

 Es ist mittlerweile ziemlich kühl geworden. Alle kochen sich Kaffee. Wir auch. Aber mit Schuss! (Fireball Zimt-Whiskey)

 Die große Frage lautet:  kommen wir heute noch weiter?  Wir müssen, sonst schaffen wir die geplante Rückkehr am Freitag nicht. Im Moment sieht es jedoch nicht nach einer Weiterfahrt aus. Abwarten!

 Wir haben Glück! Es klart etwas auf, der Wind lässt nach und auch der Regen hört auf. Die Wellen sind längst nicht mehr so hoch und so entschließen wir uns zur Weiterfahrt. Also packen wir unsere Habseligkeiten zusammen, verladen alles ins Boot und paddeln um 15:00 Uhr wieder los.

 Wir müssen zumindest die Campsite No 18 erreichen. Erstens steht dort eine Sleeping Shelter und zweitens ist dann die morgige Tagesetappe „nur“ noch rund 28 Kilometer lang!

 Um 16:30 Uhr sind wir am Ziel. Doch der Campsite ist überflutet!

 Reißende Bäche strömen über die Campsite und der Weg in die Shelter führt über wackelige und rutschige Steine, die ein Überqueren des Flutwassers erleichtern. Die Shelter selbst ist aber trocken. Also bleiben wir, denn bis zur nächsten Campsite mit Shelter sind es rund 7 Kilometer, also nochmals gute 1 ½ Stunden. Und auf eine Sleeping Shelter wollen wir nicht verzichten, denn die ist entschieden wärmer als unser Zelt.

 Zum Abendessen gibt´s wieder Steak. Zum letzten Mal. Manuel kocht. Er kriegt von mir einen neuen Namen:  HopTsing (wie der Koch aus „Bonanza&ldquo. Er weiß es nur noch nicht.

Wegen des Unwetters liegen wir hinter unserem Zeitplan zurück. Wir müssen morgen sehr früh raus. Wenn wir um 07:00 Uhr wegkommen und drei Stunden paddeln, haben wir die ersten 10 Kilometer geschafft. Nach der Frühstückpause (gegen 10:00 Uhr) nochmals vier Stunden paddeln, dann könnten wir am Nachmittag fast das Ende des Isaak Lake  schaffen. Aber das Wetter muss mitspielen.

 Heute gibt es kein Lagerfeuer – the aerea is floatet!

Gehen um ½ 10 Uhr ins Bett.  Good Night!

 

Tag 3     

Dienstag,  10. Juni 2003

 In der Nacht werde ich wach, weil mich irgendetwas am Kopf  kitzelt. Nach mehreren Versuchen mit der Taschenlampe „Licht ins Dunkel“ zu bringen, erblicke ich den Übeltäter: eine kleine Maus!  (Erst hatte ich ja Manuel im Verdacht ...!) Kurz darauf geht aus meinem aufblasbaren Kopfkissen die Luft aus! Offenbar wieder die Maus!

 Manuel hat das Tierchen ebenfalls im Bett. Nur für ihn ist das nicht so ungewöhnlich, schließlich nennt er ja seine Birgit auch immer „Maus“! Wer weiß, vielleicht hat er ja im Schlaf von seiner „Maus“ gesprochen und das „Mäuschen“ angelockt!

 Wir stehen um 06:00 Uhr auf und packen zusammen. Mir passen meine Hosen nicht mehr. Habe den Gürtel schon im letzten Loch ...!

 Um zehn nach Sieben ist Abfahrt.

 Das Wetter ist nicht sonderlich schön. Es regnet zwar nicht mehr, doch ist es bewölkt und windig. Die Wellen auf dem See machen das Kurshalten nicht gerade einfach. Gott sei Dank kommen Wind und Wellen eher aus nördlicher Richtung, so dass uns auf unserem Südkurs das kraftraubende Gegenanpaddeln erspart bleibt.

 Um 09:20 Uhr legen wir in der Nähe der Campsite No 21A an, um zu frühstücken. 11,7 Kilometer haben wir geschafft!  -  Jetzt gibt´s Kaffee und Eier mit Speck.

 Eine Stunde später sitzen wir wieder im Boot und paddeln weiter Richtung Süden.

 14:10 Uhr – wir erreichen Campsite No 26. Nur noch rund 6 Kilometer bis zum Ende des Sees. Also noch mal eine gute Stunde. Dann noch der „Chute“ und die anschließende Portage und wir sind im McLeary Lake!

 Nach einem heißen Kaffee  --  den haben wir uns redlich verdient, denn immerhin haben wir heute schon rund 22 Kilometer gepaddelt  --  packen wir die letzte Etappe bis Campsite No 29.  Diese liegt am Ende  des  Isaak  Lake  und  ist  Ausgangspunkt für die Fahrt durch den „Chute“ und zu den Cariboo Falls.

 

Gegen  17:00 Uhr  sind  wir  am  Ziel.    

28,7 Kilometer und der Isaak Lake liegen hinter uns!

 Nach dem Anlegen geht es erst mal zur Besichtigung des berüchtigten „Chute“.

 Der „Chute“ ist eine Stromschnelle, die  dadurch,  dass  sie  nach  ca. 30

Metern plötzlich einen 900 Knick nach rechts macht, Wirbel und Kehrwasser entstehen lässt.

 Wer hier nicht den richtigen Augenblick zur Kursänderung erwischt, dem ist eine Kenterung garantiert! Wir verschaffen uns einen ersten Überblick und spekulieren über die beste Route. Müssen das aber noch mal genauer besprechen.

 Dann bauen wir zum erstenmal unser Zelt auf. Das Ding steht in fünf Minuten und wird ab heute unsere gemütliche Schlafstatt werden.

 Ich nehme ein Vollbad im kalten Seewasser – mit Haarewaschen und so ...! Fühle mich danach gleich wieder richtig frisch (wen wundert´s, bei 6 Grad Wassertemperatur!). Dann versuche ich mein Schlafkissen zu reparieren (Mäusebiss!) – vergeblich.

 Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, heute Abend zu kochen. Aber mitten im Kissenreparaturversuch ziehen duftende Küchengerüche zu mir rüber. HopTsing hat den Ofen schon angeworfen und Würstel gebrutzelt.

 Aber morgen, morgen koche ich!

Am Abend sitzen wir dann wieder um unser Lagenfeuer und genießen unser letztes Bier. In der Nacht zieht erneut ein Gewitter auf. Vom starken Regen, der auf unser Zeltdach trommelt, wachen wir auf.

 Manuel hat sein Handtuch auf dem Zeltdach liegen. „Das wird ja nass!“ schreit er und stößt mich an, ich soll es doch rein holen. Dabei könnte er doch auf seiner Zeltseite genauso rauskrabbeln und den Lappen ins Trockene bringen!

 Trotzdem gehe Ich raus, hole das Handtuch und bringe dann gleich auch noch unsere Schwimmwesten in Sicherheit, die nur lose im Boot liegen und vom aufkommenden Sturmwind weggeweht zu werden drohen.

Fünf Minuten später schlafe ich dann wieder tief und fest. Niemand in unserem Zelt schnarcht heute Nacht. Oder hören wir es wegen des trommelnden Regens nur nicht?

 Um 07:00 Uhr reißt mich das liebliche Kreischen meines Weckers aus den Träumen.

 

 ... Forsetzung folgt!

 

wer jedoch nicht warten will, kann das ganze Buch bestellen unter

www.hypnothera-praxis.de/online shop


4.1.17 11:28
 
Letzte Einträge: Geldwäsche beim Immobilienkauf, Baumfällen in Schloßberg


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung